KI-Mythen – kurz erklärt
Rund um Künstliche Intelligenz kursieren viele Annahmen, die im Alltag zu falschen Erwartungen führen. Hier sind einige der häufigsten Mythen – in klarer, nüchterner Sprache.
Mythos: „KI lernt ständig live von mir und wird sofort schlauer.“
Realität: Viele KI Systeme ändern sich im laufenden Betrieb nicht. Sie erzeugen Antworten, ohne ihre Modellparameter on the fly umzuschreiben. Verbesserungen kommen in der Regel über neue, kontrolliert trainierte Versionen.
Mythos: „Wenn ich etwas sage, landet es automatisch als Wissen in der KI.“
Realität: Ein KI Modell ist keine klassische Wissensdatenbank, in die man neue Fakten einfach abspeichert. Wissen ist statistisch im Modell kodiert. Änderungen erfordern Training oder gezielte, kontrollierte Systemupdates.
Mythos: „KI sagt die Wahrheit, weil sie so sicher klingt.“
Realität: KI generiert plausible Antworten, nicht automatisch geprüfte Fakten. Je nach Frage kann sie Fehler machen oder Details verwechseln. Für wichtige Themen gilt: Quellen prüfen, zweite Meinung einholen.
Mythos: „Wenn eine Software über Nacht neue Funktionen hat, hat die KI das gelernt.“
Realität: Neue Funktionen in Unternehmenssoftware entstehen typischerweise durch Entwicklung, Tests und ein Release. Das ist ein klassisches Software Update – keine spontane Selbstweiterentwicklung der KI.
Mythos: „KI entscheidet selbst und trägt Verantwortung.“
Realität: Verantwortung liegt bei Menschen und Organisationen. KI kann unterstützen (z. B. Vorschläge machen), aber Entscheidungen, Freigaben und Haftung müssen klar geregelt bleiben.
Mythos: „KI versteht mich wie ein Mensch.“
Realität: KI erkennt Muster in Sprache und Kontext, aber sie hat kein menschliches Bewusstsein. Missverständnisse sind möglich – besonders bei Mehrdeutigkeit, Ironie oder fehlenden Informationen.
Mythos: „KI ist neutral.“
Realität: KI kann Verzerrungen aus Daten und Design übernehmen. Deshalb sind Tests, klare Leitplanken, Monitoring und Feedbackkanäle wichtig – besonders in sensiblen Anwendungen.
- KI als Assistenz nutzen: Ideen, Formulierungen, Struktur, Varianten.
- Bei Fakten: kurz gegenprüfen (Quelle, Dokumentation, Anbieterinfo).
- Bei wichtigen Entscheidungen: menschliche Kontrolle und klare Prozesse.